Freie Wähler Aargau

Ökosoziale Marktwirtschaft - ein Kommentar von Jean-Pierre Leutwyler

Bei mei­nen Re­cher­chen bin ich wie­der ein­mal auf die Ökosoziale Markt­wirt­schaft ge­stos­sen. Anbei der Grund­satz oder die Idee:

 

Ökosoziale Marktwirtschaft steht für eine Balance von ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Ökosoziale Wirtschaftspolitik ist zukunftsfähig, d. h. verantwortungsvoll gegenüber den nächsten Generationen. Sie wird getragen von der Überzeugung, dass weltweit alle Menschen und auch künftige Generationen das Recht auf ein gutes Leben in einer intakten Umwelt haben. Die Ökosoziale Marktwirtschaft zielt auf eine nachhaltige Gesellschaft, die im jeweiligen kulturellen Kontext dreifach zukunftsfähig agiert: ökologisch, sozial und ökonomisch.

Die Marktwirtschaft kann viel, aber nicht alles. Sie kann und soll die Wertschöpfungsfähigke​it der Wirtschaft verbessern und innovatives UnternehmerInnentum fördern. Der Markt braucht aber klare Regeln und Haftungsprinzipien – auch auf globaler Ebene –, das zeigen uns nicht nur die aktuellen, dramatischen Entwicklungen in der Finanz- und Wirtschaftswelt. Die Imperative der Ökosozialen Marktwirtschaft sind Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und persönliche Freiheit, wobei Freiheit zugleich Verantwortung und damit auch Ordnung bedeutet. Als wirtschaftspolitische​s Modell baut die Ökosoziale Marktwirtschaft auf den Mechanismen Kostenwahrheit und VerursacherInnenprinz​ip auf. Denn Ökosoziale Marktwirtschaft bedeutet Wirtschaften mit Verantwortung.

 

In​ der heutigen Zeit in der grosse Firmen ihre Gewinne für sich behalten (Dabei aber ja keine Einmischung des Staats..) und bei grossen Verlusten aber den Staat, respektive jeden einzelnen Bürger, zur Kasse bitten... Meiner Meinung nach ziehen sich solche Firmen aus jeder VerantwortungDie CEO's bekommen doch ihren hohen Lohn wegen ihrer grossen VerantwortungIc​h habe von dieser in der letzten Zeit überhaupt nichts gesehen. Ist dann der hohe Lohn gerechtfertigt?

 

E​ine Annäherung an die Ökosoziale Marktwirtschaft würde ich persönlich sehr begrüssen.

 

Und Sie?

 

Jean-Pierre Leutwyler

CO2-Steuer – ein Kommentar von Mario Pasinelli

In den vergangenen Wochen wurde viel über Klimaschutz und damit verbunden ebenfalls von einer CO2-Abgabe gesprochen oder darüber debattiert. So hat das Parlament in der Woche 38, 16. - 20.09.2019, beschlossen, auf Flugtickets eine Abgabe von 30.- bis 120.- Fr. zu erheben. Des Weiteren sind Road-Pricing und Benzinpreiserhöhungen im Gespräch. Diese Abgaben sollen dann auch an die Wirtschaft und das Volk zurück verteilt werden.

 

So weit, so gut.

 

Ich habe mir ebenfalls zu diesem Thema meine Gedanken gemacht und bin zum Schluss gekommen, dass es unvermeidbar ist, etwas für den Schutz des Klimas zu unternehmen, denn die Anzeichen häufen sich, dass in der Natur bereits «Vorgänge» angestossen worden sind, die irreversibel sind und zum totalen Kollaps des Ökosystems führen könnten.

Die gängige Meinung, dass das Klima sich auch ohne das Zutun des Menschen verändert, sehe ich anders. Ich bin zwar kein Biologe oder Klimaforscher, doch denke ich, dass es vermessen ist anzunehmen, dass der Mensch keinen Einfluss auf das Klima hatte oder hat – doch wenn, dann nur einen sehr geringen. Der Mensch ist ein Teil des Systems «Erde» und die letzten 250 Jahre haben sehr viel Fortschritt – Industrielle Revolutionen -  mit sich gebracht - und damit verbunden massenhaft Emissionen.

 

Ich bezweifle, dass eine CO2-Abgabe das Klima verbessern wird. Ich wittere an dieser Stelle wieder einmal mehr den Versuch, das Volk abzuzocken und die Wirtschaft zu entlasten.

 

Ich bin damit einverstanden, dass auf Flugtickets Abgaben erhoben werden. Denn, wenn ich – und leider sind meine Frau und ich noch ein, zwei Jahre auf fossilen Brennstoff angewiesen – Heizöl bestelle, zahle ich auf 1000 Liter eine CO2-Abgabe von 254.- Fr.. Da scheint es mir nur angebracht und fair, dass auch der Luxus des Reisens teurer wird. Schutz vor Umwelteinflüssen gehört zum Grundbedarf eines Menschen, Reisen  nicht.

 

Und nicht zuletzt sollte man sich Gedanken über ein Road-Pricing machen, gerade bei den tausenden von Grenzgängern, die tagtäglich unsere Strassen benutzen, sehe ich ein Abgabe als angemessen.

 

Ich bin dafür, dass man generell eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe erhebt. Aber: Ich vertrete die Ansicht, dass diese Gelder für Projekte im Zusammenhang mit erneuerbaren und alternativen Energien verwendet werden sollten – ganz klar also zweckgebunden. Projekte wie Speicherkraftwerke kombiniert mit Sonnenenergie, Sonnenenergie generell, Windenergie, Erdwärme könnten mit diesen Geldern gefördert werden. Aber auch Projekte in der Landwirtschaft für nachhaltige Produktion, stünden zur Debatte.

 

Es wirkt auf mich befremdend, wenn das Parlament eine CO2-Abgabe beschliesst, gleichzeitig aber die Subventionen für alternative Energien, wie z. B. Solarenergie, gekürzt werden! Dies sind Signale in die falsche Richtung!

 

Wir alle sind aufgefordert, einen Teil beizutragen, damit auch zukünftige Generationen noch etwas von der Erde haben werden. Ich sehe es als unsere Pflicht, an unsere Kinder, Enkel und Urenkel zu denken. Wir dürfen nicht mit der Meinung «Nach uns die Sintflut» weitermachen und unseren Kindern die ganze «Aufräumarbeit» überlassen, nur weil Wirtschaftswachstum und Gewinnoptimierung «kurzfristig» die Politik unseres Landes bestimmten.

 

Wir alle sind in der Pflicht, etwas beizutragen und wenn es zu Beginn «nur» kleinere Dinge sind.

Alles Grosse hat seine Ursprung im Kleinen. Ich bin bereit, meinen Beitrag dazu zu leisten, für meine Kinder und zukünftige Generationen.

Mario Pasinelli